MODUL 3
Woche 3 · Block 1: Klassenführung & Routinen · Fortbildung Quereinsteiger Sek I/II

Der starke Stundenstart.

Wie gewinnst du die ersten fünf Minuten jeder Stunde – jedes Mal? In ca. 25 Minuten baust du deine Begrüßungsroutine zum präzisen Werkzeug aus: mit Skript, Timer und einem Do Now, das sofort funktioniert.

Dein Weg durch dieses Modul

Der Zeitrechner (was dein Stundenstart wirklich kostet) → Kontrastpaar A/B → die 7 Schritte in Reihenfolge → dein eigenes Skript → Szenario-Simulator mit Störkarten → dein Do-Now-Baukasten → Quiz → dein Action Step.

⏱ ca. 25 Min. 📖 Kernquelle: Lovell/Dowley, Routine 1; Lemov T20, T51 🔒 Ergebnisse nur für dich & deinen Coach

Station 1 · Hook: Der Zeitrechner

Was kostet dich dein Stundenstart wirklich?

Trag ein, wie viele Stunden du pro Woche unterrichtest und wie viele Minuten im Schnitt „verloren gehen" – Ankommen, Kramen, Ermahnen, bis wirklich alle im Stoff sind.

Station 2 · See it: Dieselbe Lehrkraft, zwei Ergebnisse

Variante A und Variante B – lies genau.

Beide Male will dieselbe Lehrkraft dasselbe: einen ruhigen, klaren Start. Nur bei einer Variante gelingt er.

Variante A (schwach)

Kommt herein, redet schon im Gehen: „Ja, guten Morgen, setzt euch, wir haben heute viel vor…" – sortiert Unterlagen am Pult. Die Hälfte steht halb, Getuschel läuft weiter, irgendwann beginnt der Unterricht – niemand könnte sagen, wann eigentlich.

Variante B (stark)

Kommt herein, geht wortlos zum festen Punkt (Mitte vorn), stellt sich ruhig hin, Blick durch den Raum. Wartet. Auch als zwei noch tuscheln: wartet freundlich weiter, 8 Sekunden, Blick zu den beiden. Stille. Alle stehen. Dann warm: „Guten Morgen, 9b." – Antwort abwarten – „Setzt euch – ihr wisst, was zu tun ist: Starter an der Tafel, vier Minuten, still." Timer startet sichtbar mit dem Setz-Signal. Bleibt vorn stehen und scannt (geht demonstrativ NICHT ans Pult).

Markiere die 3 tatsächlichen Unterschiede.

Sechs Aussagen, drei davon beschreiben einen echten Unterschied zwischen A und B. Tippe deine Auswahl an, dann „Prüfen".

Was zählt, ist Handlung – nicht Eindruck: Der feste Punkt statt Sortieren am Pult, das Warten auf 100 % statt sofortigem Grüßen, und das Scannen statt des sofortigen Wegdrehens zum Rechner. Das sind die drei Stellschrauben, an denen du diese Woche arbeitest.

Station 3 · Name it: Die 7 Schritte

Bring die Schritte in die richtige Reihenfolge.

Tippe die Karten in der Reihenfolge an, in der sie ablaufen – vom ersten bis zum letzten Schritt. Ein Klick auf eine ausgewählte Karte nimmt sie wieder heraus. Danach „Prüfen".

Schritt 3 ist der Qualitätsschritt.

„Warten auf 100 %" entscheidet, ob die Zäsur wirklich funktioniert. Wer in die Unruhe hineingrüßt, unterschreibt zweimal täglich denselben Vertrag: „Halbherzig reicht hier." Das ist Modell 4 aus Woche 1 – ihr unterrichtet eine Norm, ob ihr wollt oder nicht.

Station 4 · Do it: Skript-Editor

Skripte deine eigene Begrüßungsroutine.

Fülle die dreispaltige Vorlage für dich aus. Pflichtfelder sind der Gruß und das Setz-Signal/der Starter-Satz – der Rest darf stichwortartig bleiben. Diese Seite wird deine erste offizielle Playbook-Seite.

Vorschau deiner Routine

Station 5 · Do it: Szenario-Simulator

Vier Störkarten. Was tust du?

Wähle bei jeder Situation die Reaktion, die deine Routine am wenigsten gefährdet.

Station 6 · Der Do-Now-Baukasten

Eine Aufgabe, die sofort funktioniert.

Wähle dein Fach, sieh dir das Beispiel an – und formuliere danach deine eigene Aufgabe für nächste Woche.

Station 7 · Quiz

Fünf Fragen zu Woche 3 – plus zwei zur Auffrischung.

Rund 30 % der Fragen kommen aus den Vormodulen – so bleiben Woche 1 und 2 präsent.

Transfer (Freitext): Deine 8. Klasse braucht am Montag nach den Ferien 3 Minuten, bis alle stehen und still sind. Beschreibe dein Vorgehen in dieser Stunde UND deinen Plan für Dienstag.

Muster: Montag ruhig durchhalten, ggf. Do It Again + kurzer Erwartungs-Neustart mit Begründung; Dienstag: identischer Ablauf, auf Konstanz setzen. NICHT: das Ritual aufgeben oder mit Strafe drohen.

Station 8 · Ein Schritt. Nicht sieben.

Dein Action Step für diese Woche.

Diese Woche zeigt sich, ob die Routine wirklich sitzt. Wähle deinen Action Step.

Stoppuhr-Tagebuch: Sekunden vom Setz-Signal bis ~90 % arbeiten

Der motivierendste Datenpunkt des Frühjahrs: Die Kurve sinkt fast immer über die Woche.

Exit-Karte (fließt anonymisiert in die Coaching-Planung ein)

Deine Ergebnisse teilen

„Bei Coach einreichen" schickt deine Antworten an deinen Coach. Der PDF-Export öffnet zusätzlich den Druckdialog deines Geräts für eine eigene Kopie – wähle dort „Als PDF speichern".

💡 Sicherste Variante bei Unterbrechung: „Fortschritt als Datei sichern" herunterladen und beim nächsten Öffnen auf dem Start-Bildschirm wieder hochladen.

„Nächste Woche: Was tun, wenn ihr MITTEN in der Stunde die Aufmerksamkeit zurückbraucht – und wie ihr Anweisungen gebt, die beim ersten Mal ankommen. Bringt eure Stoppuhr-Werte mit!"