MODUL 2
Woche 2 · Block 1: Klassenführung & Routinen · Fortbildung Quereinsteiger Sek I/II

Hohe Erwartungen – Verhalten ist ein Curriculum.

Wie machst du unsichtbare Erwartungen sichtbar, lehrbar und prüfbar? In ca. 20–25 Minuten bekommst du das Handwerkszeug, auf dem alle Routinen der nächsten Wochen aufbauen.

Dein Weg durch dieses Modul

Kontrastpaar A/B → das Prinzip „Verhalten ist ein Curriculum" → die 5 Kriterien im Sortier-Spiel → dein Umformulierungs-Trainer (Ampel-Feedback) → dein Einführungs-Skript → Quiz → dein Action Step.

⏱ ca. 20–25 Min. 📖 Kernquelle: Lovell/Dowley, Prinzip 3 & 5; Lemov T52, T61 🔒 Ergebnisse nur für dich & deinen Coach

Station 1 · Hook: Zwei Lehrkräfte, eine Absicht

Bei wem weiß die Klasse, was zu tun ist?

Beide Lehrkräfte wollen dasselbe. Lies beide Varianten und tippe die an, bei der Schüler wirklich wissen, was von ihnen erwartet wird.

Station 2 · See it: Das Prinzip, das diese Woche trägt

Verhalten ist ein Curriculum.

Kein Schüler kommt mit fertigem Verhalten zur Welt – genauso wenig wie mit fertiger Bruchrechnung. Und niemand würde Bruchrechnung so unterrichten: einmal erwähnen, nie üben, beim ersten Fehler beleidigt sein.

BruchrechnungErwartung „Starter still bearbeiten"
erklärenRegel vorführenspezifisch sagen, was zu tun ist
begründenwozu man das brauchtein Satz „damit…"
modellierenvorrechnenzeigen, wie es aussieht
übenAufgaben rechnentatsächlich einfordern (Woche 3)
prüfenVerständnisfrageVerständnischeck zum Verhalten
Feedback gebenFehler korrigierenab Woche 6/7

Für Verhalten gilt dieselbe Didaktik wie für jeden Stoff. „Das habe ich doch am Schuljahresanfang gesagt!" – einmal gesagt ist nicht gelernt. Das weißt du seit Woche 1: Modell 1, Gedächtnis.

Hoch starten. Lockern ist billig – Nachschärfen ist teuer.

Am Anfang – des Jahres, des Halbjahres, nach Ferien – akzeptiert eine Klasse hohe Erwartungen als Normalität. Wer niedrig startet und später anzieht, kämpft gegen etablierte Normen (Modell 4, Woche 1). Lockern wird als Großzügigkeit erlebt, Nachschärfen als Ungerechtigkeit. Und die gute Nachricht: Wer schon mittendrin steckt – jeder Montag ist ein kleines Fenster, jeder explizite Neustart ein großes.

Verständnischeck zum Verhalten

Nicht durch „Alles klar?" – sondern durch Prüfen: „Jonas, was passiert, nachdem ihr euch gesetzt habt?" – „Lena, wie lange habt ihr Zeit bis zum Starter?" Zwei Fragen, zehn Sekunden, und die Klasse weiß: Das hier war ernst gemeint.

Sek-II-Einwand: „In meiner Oberstufe wirkt das kindisch." Nein – kindisch wirkt eine kindische FORMULIERUNG. Die Struktur bleibt, der Ton wird erwachsen: „Ich erwarte, dass Laptops zu sind, wenn jemand präsentiert – aus demselben Grund, aus dem Sie das in jeder Besprechung erwarten würden." Explizit heißt nicht infantil.

Station 3 · Name it: Die 5 Kriterien einer tragfähigen Erwartung

Woran erkennst du eine gute Erwartung?

  1. Beobachtbar – man kann sie sehen/hören.
  2. Messbar – man kann Erfüllung feststellen: alle? in welcher Zeit?
  3. Positiv formuliert – beschreibt das TUN, nicht das Lassen.
  4. Begründet – ein Satz Sinn.
  5. Geprüft – Verständnischeck zum Verhalten nach der Einführung.

Merkformel: „Könnte ein wohlwollender Vertretungslehrer mit meiner Erwartungsformulierung allein feststellen, ob die Klasse sie erfüllt? Wenn nein: zu vage."

Sortier-Spiel: Welches Kriterium wird verletzt?

Tippe eine oder mehrere Kriterien an – Mehrfachzuordnungen sind erlaubt. Dann „Auflösung zeigen".

Station 4 · Do it: Umformulierungs-Trainer (Kern-Engine)

Schärfe eine vage Erwartung nach – mit Ampel-Feedback.

Wähle eine vage Erwartung aus der Bibliothek oder schreib deine eigene. Der Trainer prüft automatisch gegen die Kriterien 1–4.

Station 5 · Skript-Editor: Deine Einführung

Erwartung → Begründung → 2 CFU-Fragen.

Verfasse den kompletten Wortlaut deiner Einführung. Er wandert in dein persönliches Playbook.

Vorschau deiner Einführung

Station 6 · Quiz

Sechs Fragen zu Woche 2 – plus zwei zur Auffrischung von Woche 1.

Rund 30 % der Fragen kommen aus dem Vormodul – so bleibt Woche 1 präsent.

Transfer (Freitext): Formuliere „Seid leise während der Stillarbeit" nach allen 5 Kriterien um – inklusive Begründungssatz und einer CFU-Frage.

Muster: „Stillarbeit heißt: kein Gespräch, Fragen per Handzeichen an mich – damit jeder ungestört denken kann. – CFU: ‚Emre, was machst du, wenn du eine Frage hast?'"

Station 7 · Ein Schritt. Nicht fünf.

Dein Action Step für diese Woche.

Diese Woche entscheidet sich, ob Action Steps ernst genommen werden. Wähle deinen.

Zählfeld: Wie oft musstest du erinnern?

Exit-Karte (fließt anonymisiert in die Coaching-Planung ein)

Deine Ergebnisse teilen

„Bei Coach einreichen" schickt deine Antworten an deinen Coach. Der PDF-Export öffnet zusätzlich den Druckdialog deines Geräts für eine eigene Kopie – wähle dort „Als PDF speichern".

💡 Sicherste Variante bei Unterbrechung: „Fortschritt als Datei sichern" herunterladen und beim nächsten Öffnen auf dem Start-Bildschirm wieder hochladen.

„Nächste Woche wird es handfest: Unsere Begrüßungsroutine wird vom Ritual zum Werkzeug – mit Skript, Timer und allem Drum und Dran."