Drehbücher Block 4 (Wochen 21–26): Verstehen prüfen & Denkbeteiligung
(Konventionen wie gehabt. Woche 21 beginnt mit Routinen-Re-Establish nach den Winterferien. Ab W26 sind die Gruppenhospitationen Peer-Hospitationen – Vorbereitung in W25.)
Woche 21: Kultur des Fehlers & Schluss mit Selbstauskunft (Drehbuch)
Material: Reaktions-Kartenset (8 typische Lehrerreaktionen auf Fehler); Plan-for-Error-Canvas (Aufgabe → 3 wahrscheinliche Fehler → Reaktions-Skript); Re-Establish-Skriptvorlage.
Retrieval-Starter (erweitert, Reaktivierung): 8 Fragen quer, u. a. 9 McCrea-Prinzipien (3 nennen); KO-Gütecheck; Spacing-Einbauregeln; Begrüßungsroutine Schritt 3; (Anwendung) „Erste Woche nach Ferien: Welche 3 Dinge etablierst du explizit neu?" → direkt in Mini-Übung überführen: Re-Establish-Skript in 4 Min. schreiben (Erwartung + Begründung + Behavioural CFU – alles W2-Handwerk).
Input (Min. 12–28):
- See it – das nutzlose Ritual: Moderation spielt: erklärt etwas, fragt „Alle verstanden? … Fragen? Keine? Gut, weiter." Plenum: „Was weiß ich jetzt über den Lernstand? … Exakt: nichts. Nein-Sagen kostet sozial (dumm dastehen), und die, die's nicht verstanden haben, WISSEN es oft nicht (Dunning-Kruger). ‚Habt ihr das verstanden?' ist ein Ritual, kein Werkzeug." → Replace Self-Report (Lemov T6): stattdessen prüfbare Mini-Aufgabe an alle.
- Culture of Error (T12): Daten bekommt nur, wer Fehler sichtbar macht – und Fehler zeigt nur, wer sicher ist. Vier Lehrer-Hebel:
- Fehler erwarten und würdigen („Diesen Fehler machen kluge Leute – warum ist er so verführerisch?"),
- eigene Fehler souverän behandeln,
- richtig/falsch neutral und zügig klären (keine Enttäuschungs-Miene – die Miene unterrichtet!),
- nie über Fehler lachen lassen (100 %-Norm!).
- Plan for Error (T2): die 3 wahrscheinlichsten Fehler VOR der Stunde antizipieren + Reaktion skripten – aus Überraschung wird Plan.
- Verbindung: „Warm/Strict, Emotional Constancy, Positive Framing – eure Block-1-Werkzeuge sind das Fundament der Fehlerkultur. Jetzt zahlen sie doppelt ein."
Name it (Min. 28–33): Ersetzungs-Regel: Jede Selbstauskunfts-Frage → prüfbare Aufgabe. Fehlerreaktions-Dreiklang: neutral benennen → Ursache würdigen → nutzen („Wer hatte dasselbe? Schauen wir hin").
Do it (Min. 33–52): Reaktions-Makeover (10 Min.): 8 Karten („Nein, falsch. Wer kann's richtig?" / Seufzen / „Das hatten wir doch schon!"…) in Tandems umformulieren + laut sprechen (Ton üben!). Plan-for-Error-Canvas (9 Min.): für die eigene nächste Einheit ausfüllen; Tandem prüft: Sind die Fehler wirklich die wahrscheinlichsten (nicht die interessantesten)?
Action Step: siehe Curriculum („Habt ihr das verstanden?" komplett ersetzen). Alternative: Fehlerreaktions-Dreiklang eine Woche bewusst + abends 1 Notiz.
SPA-Quiz: F1: „‚Noch Fragen?' – keine Meldung. Das heißt:" a) alle haben verstanden ✗ (Alltagsschluss) b) nichts – die Frage liefert keine Daten ✓ c) die Klasse ist desinteressiert ✗ d) die Erklärung war gut ✗. — F2: „Ein guter Umgang mit einer falschen Antwort:" a) schnell übergehen, um nicht zu beschämen ✗ (klingt empathisch!) b) neutral klären und den Fehler für alle nutzbar machen ✓ c) erst zwei Richtige loben ✗ d) die Frage vereinfachen ✗.
Woche 22: Cold Call & Wait Time (Drehbuch)
Material: Einführungsskript-Vorlage; Stoppuhr; Sitzplan-Heatmap-Blanko; Störkarten-Set D („SuS: ‚weiß nicht'", „SuS antwortet flapsig", „anderer ruft rein").
Retrieval-Starter: 1. Ersetzungs-Regel? 2. Fehlerreaktions-Dreiklang? 3. Warum liefert „Alle verstanden?" nichts (2 Gründe)? 4. All-Response-Formate (W12)? 5. (Anwendung) Skizziere ein Plan-for-Error für „Kommasetzung bei weil".
Input (Min. 8–26):
- Rahmung über Ratio: „In der klassischen Melde-Stunde denken bei jeder Frage drei Leute nach – die, die sich eh melden. Der Rest hat ein stilles Abo auf Zuschauen. Heute kündigen wir das Abo." Participation Ratio × Think Ratio als zwei Regler.
- See it – Kontrast: (A) „Wer kann mir sagen…? – Ja, Lena!" (0,5 Sek. Latenz) vs. (B) „Gleich möchte ich von jemandem hören… [Frage] … [4 Sek. Stille, Blick durch den Raum] … Cem." Analyse: In (B) mussten ALLE denken – der Name fiel erst nach der Denkzeit.
- Cold Call (T34) als Kultur: angekündigt + begründet einführen („Ich rufe ab jetzt auch ohne Meldung auf – nicht um euch zu erwischen, sondern weil jede Stimme hier zählt und ich wissen will, wie ihr denkt"); warm im Ton; vorhersagbar-normal (mehrmals pro Stunde, nicht als Disziplinierung! Cold Call auf Störer = Zweckentfremdung, zerstört die Kultur); Einstieg mit niedrigem Risiko (Meinungsfragen, Turn-and-Talk-Ernte – Vorgriff W24).
- Wait Time (T33): 3–5 Sek. nach der Frage; produktiv rahmen („Ich sehe, einige notieren Stichworte – gut"); eigene Ungeduld ist der Gegner.
- Means of Participation (T36): VOR der Frage ansagen, WIE geantwortet wird – beendet Reinruf-Chaos strukturell.
Name it (Min. 26–31): Cold-Call-Standard: eingeführt & begründet / Frage→Pause→Name / warmer Ton / nie als Strafe / breit streuen (Heatmap!). Wait-Time-Standard: 3–5 Sek., still, Blick kreist.
Do it (Min. 31–52): Einführungsskript (8 Min.): wörtlich schreiben (Sek-II-Ton beachten!). Sequenz-Drill (12 Min.): Vierergruppen, jeder führt 3 Cold-Call-Zyklen mit echter Fachfrage durch; Stoppuhr-Wächter misst die Pause (unter 3 Sek. → Wiederholung!); Runde 2 mit Störkarte D.
Action Step: siehe Curriculum (Cold Call einführen, ≥5 warme Cold Calls pro Stunde). Alternative (wenn Klassenkultur fragil): erst 1 Woche Means of Participation konsequent ansagen, Cold Call in W23 starten.
Coaching-Fokus: Heatmap führen (wer wird aufgerufen?); Pausenlänge stichprobenartig stoppen.
SPA-Quiz: F1: „Cold Call auf den Schüler, der gerade träumt, ist…" a) effizient – weckt und diszipliniert ✗ (verbreitetste Zweckentfremdung!) b) Kulturzerstörung – Cold Call ist Lernwerkzeug, nicht Sanktion ✓ c) verboten ✗ d) nur in Sek I okay ✗. — F2: „Richtige Reihenfolge:" a) Name → Frage → Pause ✗ (Alltagsmuster!) b) Frage → Pause → Name ✓ c) Frage → Name → Pause ✗ d) egal ✗. — F3: „5 Sekunden Stille nach deiner Frage sind…" a) peinlich und ein Zeichen schlechter Frage ✗ b) Denkzeit – auszuhalten und zu rahmen ✓ c) Zeitverschwendung bei 45-Min.-Stunden ✗ d) nur bei schweren Fragen nötig ✗.
Woche 23: No Opt Out & Right is Right (Drehbuch)
Material: Schleifen-Diagramm (4 Varianten); 10 Kalibrierungs-Antworten (echte/realistische Schülerantworten von „fast richtig" bis „richtig, aber Umgangssprache"); Stretch-It-Fragenfächer.
Retrieval-Starter: 1. Cold-Call-Standard (5 Punkte)? 2. Frage-Pause-Name warum? 3. Culture-of-Error-Hebel (2 nennen)? 4. Break-It-Down-Stufen (W12)? 5. (Anwendung) Dein Cold Call trifft auf Schweigen – erste Reaktion?
Input (Min. 8–26):
- See it: Dialog vorspielen: L: „Was ist ein Stoffkreislauf, Jonas?" – J: „Weiß nicht." – L: „Mia?" – M: [richtig] – L: „Genau, weiter im Text." Analyse: „Was hat Jonas gelernt? – Dass ‚weiß nicht' funktioniert. Drei Wörter, und er hat für den Rest der Stunde frei. Das ist ein Deal, und ihr habt ihn gerade unterschrieben."
- No Opt Out (T15): Die Schleife SCHLIESSEN: Hinweis geben ODER Peer liefert (Teil-)Antwort → zurück zu Jonas, der sie vervollständigt/wiederholt/anwendet. Ton: beiläufig-warm, kein Triumph. Botschaft: „Bei mir endet jede Runde mit deinem Erfolg." Wiederholen-lassen ist KEINE Demütigung, sondern die Mindestform von Abruf (W18!).
- Right is Right (T16): „Fast" nicht zu „richtig" runden – „Fast – schärfe den letzten Teil nach"; Standards: vollständig richtig, Fachsprache (Format Matters, T18: freundlich Neuformulierung einfordern), die GESTELLTE Frage beantwortet.
- Stretch It (T17): Belohnung für richtig = interessantere Frage (Warum? Woher weißt du das? Gegenbeispiel? Transfer?). Differenzierung nach oben ohne Extra-Material.
Name it (Min. 26–31): No-Opt-Out-Merkform: „Es endet bei dir – mit Erfolg." Right-is-Right-Reflexfrage: „Würde diese Antwort im Test volle Punkte kriegen?" Stretch-It-Reflex: Auf „richtig" folgt eine Frage, kein Punkt.
Do it (Min. 31–52): Schleifen-Rollenspiel (12 Min.): 4 Varianten durchspielen (Hinweis / Peer-Antwort / Teilantwort / hartnäckiges „kein Bock" – bei letzterem: ruhig, Angebot, ggf. W.I.N. nach der Stunde – Block-1-Anschluss). Kalibrierung (8 Min., Kernstück!): 10 Antworten einzeln bewerten (durchlassen/nachfassen), dann Gruppenabgleich – die DISKUSSION über Grenzfälle kalibriert den gemeinsamen Standard.
Action Step: siehe Curriculum (kein „weiß nicht" bleibt stehen). Alternative: Stretch-It-Woche: jede richtige Antwort in Klasse X bekommt eine Anschlussfrage.
SPA-Quiz: F1: „Nach der Peer-Antwort zur Ausgangsperson zurückzukehren ist…" a) unnötige Wiederholung ✗ b) der Kern von No Opt Out – Erfolg + Abruf ✓ c) Bloßstellung ✗ (Empathie-Distraktor) d) Zeitverschwendung ✗. — F2: „‚Jaaa, so ungefähr, genau!' zu einer halbrichtigen Antwort…" a) schützt die Motivation ✗ b) senkt den Standard und beraubt die Klasse der Präzision ✓ c) ist in Sek II angemessen ✗ d) spart nötige Zeit ✗.
Woche 24: Turn and Talk & Everybody Writes (Drehbuch)
Material: Stoppuhr; Choreografie-Vorlage (Schreiben→Reden→Ernten mit Zeitleiste); Prompt-Prüfkarte (diskutierbar? präzise? in 60 Sek. substanziell beantwortbar?).
Retrieval-Starter: 1. No-Opt-Out-Varianten? 2. Right-is-Right-Reflexfrage? 3. PR × TR (W22)? 4. Wait-Time-Sekunden + Rahmung? 5. (Anwendung) SuS antwortet umgangssprachlich korrekt – deine Reaktion nach Format Matters?
Input (Min. 8–24):
- See it – Selbsterleben (stark!): Moderation stellt der Gruppe eine echte Frage auf zwei Arten: (A) sofort ins Plenum („Wer möchte?") – zäh; (B) „Notiert 90 Sekunden still eure Antwort … Jetzt 45 Sekunden: Vergleicht mit dem Nachbarn … [Endsignal] … Karla, was hat DEIN PARTNER gesagt?" – Qualität und Beteiligung sichtbar höher. Auswertung: Was hat (B) strukturell anders gemacht?
- Everybody Writes (T38): Schreiben VOR Reden = Denkzeit für alle, bessere Beiträge, niemand kann „nichts haben"; nebenbei: Show-Call-Material (W25).
- Turn and Talk (T43), die 6 Stellschrauben: feste Partner (keine Suchzeit – Routine!), präzise Frage, KNAPPE Zeit (30–90 Sek. – lieber zu kurz: „Crest of the wave" – auf dem Höhepunkt beenden), klares Startsignal, klares Endsignal (etabliert wie W4), verbindliche Ernte (Cold Call: „Was hat dein Partner gesagt?" → erzwingt ZUHÖREN im Gespräch!).
- Bug-Liste: zu lang (Abschweifen), unklare Frage (Smalltalk), keine Ernte (Beliebigkeit), Lehrkraft nutzt die Zeit fürs Pult (nein: kreisen + lauschen = Datenernte!).
Name it (Min. 24–29): Standard-Choreografie: Write (1–3 Min.) → Talk (30–90 Sek.) → Ernte (2–3 Cold Calls, davon 1 „Partnerfrage"). Prompt-Prüfkarte davor.
Do it (Min. 29–52): Prompt-Werkstatt (8 Min.): 3 eigene Diskussionsanlässe in präzise Prompts fassen, Prüfkarte im Tandem. Choreografie-Drill (13 Min.): Vierergruppen; jeder dirigiert die volle Sequenz mit den anderen als Klasse; Stoppuhr-Wächter; Feedback-Fokus: Signalschärfe + Ernte-Verbindlichkeit; 2. Kurzdurchlauf der schwächsten Stelle.
Action Step: siehe Curriculum (Write→Talk→Cold-Call vor jeder Diskussionsfrage). Alternative: Feste Turn-and-Talk-Partner in allen Klassen etablieren (Routine-Skript W3-Handwerk).
SPA-Quiz: F1: „Länge eines Turn and Talk:" a) 5–10 Min., damit Tiefe entsteht ✗ (Intuition) b) 30–90 Sek., auf dem Höhepunkt beenden ✓ c) bis alle fertig sind ✗ d) je länger, je besser ✗. — F2: „‚Was hat dein Partner gesagt?' bewirkt…" a) Verwirrung ✗ b) Zuhör-Verbindlichkeit im Partnergespräch ✓ c) Prüfungsangst ✗ d) nichts Besonderes ✗.
Woche 25: Show Me, Affirmative Checking & Show Call (Drehbuch)
Material: Klassensatz Mini-Whiteboards + Stifte (real üben!); Dokumentenkamera/Visualizer oder Handy+Beamer; 4 anonymisierte Schülerarbeiten (2 fehlerhaft, 1 solide, 1 exzellent); Checkpoint-Planungsvorlage.
Retrieval-Starter: 1. Standard-Choreografie W24? 2. Sechs Turn-and-Talk-Stellschrauben (4 nennen)? 3. Warum Schreiben vor Reden? 4. ActiveObs (W13) in einem Satz? 5. (Anwendung) Deine Ernte-Cold-Calls treffen immer dieselben – Werkzeug dagegen?
Input (Min. 8–24):
- See it – Whiteboard-Blitz live: Moderation stellt der Gruppe 3 Fragen, alle antworten auf Whiteboards, „3-2-1-hoch". Danach: „Ich habe in 90 Sekunden 100 % Beteiligung UND die komplette Fehlerverteilung gesehen. Das ist der Unterschied zwischen Stichprobe und Röntgenbild." Show Me (T10) inkl. Varianten: Fingercodes (1–4), ABCD-Karten.
- Affirmative Checking (T11): Checkpoints in Arbeitsphasen einbauen: „Bevor ihr zu Aufgabe 3 geht: Zeigt mir Aufgabe 2." – verhindert das Einüben von Fehlern (W12-Echo: eingeübte Fehler sind die teuersten).
- Show Call (T13): Schülerarbeit projizieren und gemeinsam würdigen/verbessern – Feedback mit Klassen-Hebelwirkung. Gelingensbedingungen: Fehlerkultur (W21!) etabliert; Routine-Einführung („Wenn ich eine Arbeit zeige, ehrt uns das – wir lernen alle daran"); Dreischritt Würdigen → präzise verbessern → Transfer; AUCH Exzellenz zeigen (kalibriert den Anspruch – Schüler-Pendant zu Lovells Prinzip 8!). Anonymisierung anfangs, Namen später.
- Sehen → Entscheiden: Daten ohne Konsequenzentscheidung sind Deko (Brücke zu W26).
Name it (Min. 24–29): Whiteboard-Routine (Skript nötig! W3-Handwerk): Schreibsignal → Stille → „3-2-1-hoch" → scannen → Entscheidung ansagen. Show-Call-Dreischritt.
Do it (Min. 29–52): Whiteboard-Routine skripten + durchspielen (10 Min.) in Vierergruppen inkl. Einführungswortlaut für die Klasse. Show-Call-Moderation (11 Min.): an den 4 Arbeiten üben (je 2 Min.: würdigen, EINEN Verbesserungsfokus, Transferfrage); Feedback: Ton (Ehrung, nicht Vorführung)?
Action Step: siehe Curriculum (Whiteboards/Fingercodes einführen + 1 sichtbare Datenentscheidung pro Stunde). Alternative: 1 Show Call pro Tag, erst anonym, ab Tag 3 mit einverstandenen Namen.
Vorbereitung Gruppenhospitation 4 = PEER-Hospitation (5 Min.): Ablauf: 2 TN öffnen ihre Stunden; Bogen: CFU-Zählprotokoll (wie oft, womit, was folgte?); Regeln: Gastgeber benennt VORHER seinen Beobachtungswunsch (Steuerung durch den Beobachteten – Vorbild für Feedbackkultur).
SPA-Quiz: F1: „Mini-Whiteboards in der Oberstufe sind…" a) unter dem Niveau ✗ (verbreitete Abwehr) b) auch dort das schnellste 100 %-Diagnosewerkzeug ✓ c) nur für Mathe ✗ d) rechtlich heikel ✗. — F2: „Show Call einer fehlerhaften Arbeit setzt voraus:" a) die Erlaubnis der Eltern ✗ b) etablierte Fehlerkultur + würdigender Dreischritt ✓ c) dass der Fehler lustig ist ✗ d) Anonymität für immer ✗.
Woche 26: Vom Datum zur Entscheidung – Reteaching & Own and Track + Konsolidierung (Drehbuch)
Material: 2 echte anonymisierte Exit-Ticket-Klassensätze (unterschiedliche Fehlerprofile: einer >40 % Fehler auf EIN Muster, einer diffus); Reteach-Miniplan-Vorlage (Diagnose → Format → NEUER Zugang → Erfolgscheck); Fehlerjournal-Beispielseite; Block-4-Quiz (20 Fragen kumulativ ab W1); CFU-Repertoire-Blatt.
Retrieval-Starter → Block-4-Quiz (Min. 2–12) mit Selbstkorrektur.
Input (Min. 12–26):
- Entscheidungslogik: Fehlerquote >30 % auf EIN Muster → Klassen-Reteach (10 Min., am Folgetag); 10–30 % → Kleingruppe während der Übungsphase (Rest arbeitet – Routinen!); Einzelfälle → Impuls beim Circulate. Eiserne Regel: Reteach ≠ Replay – neuer Zugang, neues Beispiel, andere Darstellung (die alte Erklärung hat es ja nicht geschafft).
- Own and Track (T14): Die Korrektur gehört den SuS: richtige Lösung selbst notieren + „Mein Denkfehler war…" in einem Satz; Fehlerjournal vor Klassenarbeiten als persönlichstes Lernmaterial (Retrieval am eigenen Fehler – W18-Echo).
- Klassenarbeits-Vorlauf: CFU-Daten der Einheit aggregieren → gezielte Wiederholstunde statt „Wiederholt mal alles".
Name it (Min. 26–30): Entscheidungs-Dreisatz: Muster? (ein Fehler vieler / viele Fehler weniger) → Format? (Klasse/Gruppe/einzeln) → NEUER Zugang? Own-and-Track-Minimum: Lösung + Denkfehler-Satz.
Do it (Min. 30–50): Datenfall-Duell (14 Min.): Kleingruppen bekommen je einen Klassensatz, diagnostizieren, bauen Reteach-Miniplan, pitchen in 60 Sek.; Plenum vergleicht: Beim diffusen Profil ist die richtige Antwort oft KEIN Klassen-Reteach (Differenzierungs-Falle aufdecken!). Fehlerjournal (6 Min.): Format für die eigene Klasse adaptieren + Einführungs-Wortlaut notieren.
Konsolidierung (Min. 50–58): CFU-Repertoire-Blatt füllen („Welches Werkzeug wofür": Whiteboards / Cold Call / Exit Ticket / Checkpoints / Show Call); Kompetenzmatrix Felder 6–7; Peer-Hospitation 4 terminieren, falls noch offen. Action Step: siehe Curriculum (>30 %-Regel → 10-Min.-Reteach mit neuem Beispiel).
SPA-Quiz: F1: „40 % scheitern am selben Fehler. Du…" a) erklärst morgen dasselbe nochmal langsamer ✗ (Replay-Falle) b) planst 10 Min. Reteach mit NEUEM Zugang ✓ c) gibst ein Zusatzblatt für zu Hause ✗ d) senkst das Niveau der Arbeit ✗. — F2: „Eine gute Berichtigung…" a) schreibt die Musterlösung sauber ab ✗ (Schul-Tradition!) b) enthält Lösung + benannten eigenen Denkfehler ✓ c) wird benotet ✗ d) machen nur die Schwachen ✗.