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Drehbücher Block 3 (Wochen 15–20): Lernpsychologie & Gedächtnis

Drehbücher Block 3 (Wochen 15–20): Lernpsychologie & Gedächtnis

(Konventionen wie gehabt. Block-Dramaturgie: Vieles aus Block 1–2 wird jetzt „rückwärts erklärt" – die Moderation macht diese Rückverweise explizit; sie SIND die Elaboration. Woche 15 startet mit erweitertem Reaktivierungs-Retrieval, falls Ferien vorausgingen.)


Woche 15: Gedächtnisarchitektur (Drehbuch)

Material: Ziffernfolgen-Karten für Selbstversuche; Schaubild WM-Trichter/LZG-Netz (aus W1, jetzt vertieft); 4 Fall-Karten „Klassiker"; Mythen-Kartenset (Lernstile, Lernpyramide, 10 %-Gehirn, „digital natives lernen anders").

Retrieval-Starter (erweitert, 10 Min., Reaktivierung): 8 Fragen quer durch Block 1+2, darunter: Stundenarchitektur-Template aufzeichnen; 80 %-Regel; Exit-Ticket-Gütecheck; Interventionsleiter; (Anwendung) „Erste Stunde nach den Ferien – welche zwei Dinge etablierst du neu?"

Input (Min. 10–28):

  1. See it – Selbstversuche (Highlight der Sitzung, 6 Min.):
  2. 11-stellige Zahl rückwärts (scheitert) vs. Geburtsdatum rückwärts (klappt) – W1-Echo, jetzt erklärt;
  3. Buchstabenreihe „BMWFBIUSAADAC" merken: erst als Einzelbuchstaben (unmöglich), dann als Chunks (trivial) → Schemata erweitern faktisch das Arbeitsgedächtnis;
  4. „Woran haben Sie gestern beim Abendessen gedacht?" → vergessen ist Standard, nicht Störfall.
  5. Kernsätze: Lernen = dauerhafte Veränderung im Langzeitgedächtnis – was dort nicht ankommt, wurde nicht gelernt, egal wie schön die Stunde war. „Erinnert wird, worüber nachgedacht wurde" (Willingham) – die Denkspur ist die Lernspur. Vergessen beginnt sofort (Ebbinghaus) – Unterricht, der Vergessen nicht einplant, plant es ein.
  6. Konsequenz-Kaskade an der Tafel entwickeln (mit der Gruppe!): Wenn WM eng ist → kleine Schritte (W11), Routinen (Block 1), Material entschlacken (W16). Wenn Vergessen Standard ist → Wiederholung einbauen (W18/19). Wenn Denken = Lernen → Aufmerksamkeit lenken (W17). „Ihr seht: Block 1 und 2 waren angewandte Gedächtnispsychologie. Jetzt bekommt ihr die Landkarte dazu."
  7. Mythen-Impfung (4 Min.): Lernstile (auditiv/visuell als Präferenz ≠ Lernwirksamkeit; Modalität soll zum INHALT passen), Lernpyramide (Zahlen frei erfunden) – kurz, klar, mit Quellenhinweis.

Name it (Min. 28–33): Diagnose-Raster: Bei jedem Unterrichtsproblem drei Fragen:

  1. WM überlastet?
  2. Nie im LZG angekommen (fehlender Abruf)?
  3. Falsche Denkspur (Aufmerksamkeit woanders)?

Do it (Min. 33–52): Fall-Deutung (12 Min.): 4 Klassiker in Kleingruppen mit dem Raster deuten: „In der Stunde konnten sie es, im Test nicht" / „Nach dem Filmeinstieg wissen alle den Witz, keiner das Konzept" / „Die schwache Schülerin ‚kann sich nichts merken'" / „Beim Textverstehen scheitern viele, obwohl sie lesen können" (→ fehlendes Vorwissen/Schema!). Mythen-Speeddating (7 Min.): Tandems ziehen Mythos-Karte und üben die 60-Sek.-Kollegen-Antwort („Was sagst du im Lehrerzimmer dazu?").

Action Step: siehe Curriculum (3 Stellen höchster WM-Last identifizieren, eine entschärfen). Alternative: Diagnose-Raster eine Woche lang auf jedes „Die kapieren das einfach nicht" anwenden (Notizzettel).

SPA-Quiz: F1: „Eine Schülerin ‚kann sich einfach nichts merken'. Wahrscheinlichste Erklärung:" a) schwaches Gedächtnis als Eigenschaft ✗ b) fehlendes Vorwissen/Schemata + fehlender Abruf ✓ c) mangelnde Intelligenz ✗ d) falscher Lerntyp ✗ (Mythos-Distraktor!). — F2: „‚Erinnert wird, worüber nachgedacht wurde' bedeutet für den Filmeinstieg:" a) Filme sind schlecht ✗ b) SuS erinnern das, was der Film sie denken ließ – nicht automatisch das Konzept ✓ c) Filme nur als Belohnung ✗ d) Text ist immer besser ✗. — F3: „Lernstile (visuell/auditiv) berücksichtigen…" a) ist evidenzbasierter Standard ✗ (verbreitetster Lehrerglaube!) b) verbessert Lernen nachweislich nicht; Modalität soll zum Inhalt passen ✓ c) hilft nur Schwachen ✗ d) gilt nur in der Grundschule ✗.


Woche 16: Kognitive Last managen (Drehbuch)

Material: 2 echte überladene Folien (anonymisiert oder nachgebaut); Entschlackungs-Checkliste; TN bringen eigenen Foliensatz/Arbeitsblatt mit (vorab ansagen!); Beispielgalerie Dual Coding.

Retrieval-Starter: 1. Diagnose-Raster (3 Fragen)? 2. Definition Lernen? 3. Willingham-Satz? 4. Do-Now-Standardformat (W14)? 5. (Anwendung) Widerlege die Lernpyramide in 2 Sätzen.

Input (Min. 8–26):

  1. See it – Live-Erleben: Moderation präsentiert 90 Sek. mit einer Horror-Folie (Textwüste + Vorlesen + Zusatzinfos mündlich) und stellt danach 3 Verständnisfragen → Gruppe scheitert. Dieselben Inhalte als Bild + freie Rede → Fragen klappen. „Ihr habt gerade Split Attention und Redundanz am eigenen WM gespürt."
  2. Begriffe sauber: intrinsische Last (die Aufgabe selbst – erwünscht, Denken soll stattfinden!) vs. lästige Last (alles Drumherum: Suchen, Entziffern, Parallelkanäle – Verschwendung). Ziel ist NICHT „leicht machen", sondern: schwere Inhalte, schlanker Weg.
  3. Die drei großen Fresser: Split Attention (Text lesen + anderes hören), Redundanz (Folie vorlesen), Transienz (Gesprochenes verschwindet → Wichtiges + mehrschrittige Anweisungen müssen STEHEN bleiben: Tafel, Board=Paper).
  4. Dual Coding richtig: Bild + gesprochenes Wort = stark; Bild + Textwüste + Rede = Stau. Dekoration/Animation = seductive load.

Name it (Min. 26–31): Entschlackungs-Checkliste: 1 Idee pro Folie? Bild ODER Text als Träger? Nichts vorlesen, was steht? Anweisungen >2 Schritte verschriftlicht? Bleibt das Wichtige stehen? Dekoration raus?

Do it (Min. 31–52): Folien-/Material-Chirurgie: Jeder operiert 2 eigene Folien/ein Arbeitsblatt nach Checkliste (15 Min.), Tandem-Review Vorher/Nachher (6 Min.); 2 dramatische Verwandlungen im Plenum zeigen.

Action Step: siehe Curriculum (Foliensatz der nächsten Einheit überarbeiten). Alternative: Eine Woche „Tafel-Disziplin": Kernschritte jeder Erklärung bleiben sichtbar stehen bis Stundenende.

SPA-Quiz: F1: „Folientext wörtlich vorlesen ist…" a) barrierefrei und hilfreich ✗ (klingt fürsorglich) b) Redundanz – doppelte Last, weniger Verstehen ✓ c) Pflicht bei Fachtexten ✗ d) egal ✗. — F2: „Deine Aufgabe soll anspruchsvoll sein. Du senkst deshalb…" a) die intrinsische Last ✗ b) die lästige Last (Orga, Layout, Parallelkanäle) ✓ c) beides ✗ (plausibel!) d) nichts – Anstrengung härtet ab ✗.


Woche 17: Aufmerksamkeit lenken (Drehbuch)

Material: Experiment-Folie (reizüberladen, mit anschließendem Überraschungsquiz); 6 Aufgaben-Karten fürs „Röntgen"; Marker-Formulierungsliste.

Retrieval-Starter: 1. Drei großen Last-Fresser? 2. Intrinsisch vs. lästig – je ein Beispiel? 3. Meilenstein-Kriterien (W10)? 4. Warum bleibt Wichtiges an der Tafel stehen? 5. (Anwendung) Deine Folie hat Bild + 60 Wörter + du sprichst. Diagnose + Fix?

Input (Min. 8–24):

  1. See it – Überraschungsexperiment: Folie 20 Sek. zeigen (Diagramm + Randnotiz + kleines lustiges Icon), dann verdecken, Quiz: „Was stand in der Achsenbeschriftung?" (kaum jemand) vs. „Welches Icon war zu sehen?" (fast alle). „Eure Aufmerksamkeit ist zum Icon gelaufen. Die eurer SuS läuft GENAUSO – nur nicht dahin, wo ihr sie braucht. Es sei denn, ihr lenkt sie."
  2. Prinzipien (McCrea): Aufmerksamkeit = Torwächter des WM, evolutionär auf Neues/Soziales/Bedrohliches geeicht, NICHT auf Achsenbeschriftungen. Also: präzise orientieren („Vergleicht die Steigung zwischen A und B" statt „Schaut auf die Grafik"), strukturell lenken (Ankündigungen: „Der wichtigste Satz der Stunde kommt JETZT"; nummerierte Schritte; konsistente Layouts), Denkzwang bauen: Aufgabenformate, die sich nur lösen lassen, wenn man den Zielinhalt denkt (nicht abschreib-/ratbar).
  3. Seductive Details: die spannende Anekdote frisst das Konzept – nicht streichen, sondern ans Konzept KOPPELN („Die Anekdote beweist Prinzip X – erklärt mit euren Worten, wieso").

Name it (Min. 24–29): Lenkungs-Dreiklang:

  1. Präziser Zeige-Auftrag vor jedem Medium,
  2. Struktur-Marker im Vortrag,
  3. Denkzwang in der Aufgabe.

Prüffrage: „Was DENKT ein Schüler, der diese Aufgabe löst?"

Do it (Min. 29–52): Aufgaben-Röntgen (12 Min.): 6 Aufgaben-Karten in Kleingruppen: „Was muss man denken, um das zu lösen?" – 2 Karten enthalten Mogelpackungen (lösbar durch Abschreiben/Raten) → umbauen. Marker-Skript (8 Min.): Für die eigene nächste Stunde 3 Aufmerksamkeits-Marker wörtlich skripten (vor Grafik, vor Kernsatz, vor Medienwechsel).

Action Step: siehe Curriculum (vor jedem Medienwechsel einen konkreten Beachtungs-Auftrag). Alternative: Eine eigene Standardaufgabe röntgen und denkzwingend umbauen.

SPA-Quiz: F1: „‚Schaut euch das Video aufmerksam an' ist…" a) eine gute Vorbereitung ✗ b) zu unpräzise – konkreter Beobachtungsauftrag nötig ✓ c) übergriffig ✗ d) nur für schwache SuS nötig ✗. — F2: „SuS erinnern deine spannende Anekdote, nicht das Prinzip. Konsequenz:" a) Anekdoten streichen ✗ (Überkorrektur) b) Anekdote explizit ans Prinzip koppeln + Denkauftrag ✓ c) mehr Anekdoten ✗ d) Prinzip weglassen ✗.


Woche 18: Retrieval Practice (Drehbuch)

Material: 4 Format-Stationen (Quiz-Zettel, Brain-Dump-Blanko, Whiteboards, Frage-Kärtchen); 3-2-1-Vorlage; Ergebnisse des „Selbstexperiments" (siehe Vorab-Auftrag).

Vorab-Auftrag (in W17 stellen!): Hälfte der Gruppe lernt eine 10-Item-Liste (z. B. Fachbegriffe) durch 3× Lesen, andere Hälfte durch 1× Lesen + 2× Selbstabfrage. Test heute unangekündigt in Min. 8.

Retrieval-Starter: regulär 5 Fragen (u. a. Lenkungs-Dreiklang; Split Attention; Exit-Ticket-Gütecheck; Anwendung: Röntge die Aufgabe „Fasse den Text zusammen").

Input (Min. 8–26):

  1. See it – das Selbstexperiment auflösen (6 Min.): Test der 10 Items, Auswertung nach Gruppen an der Tafel. Der Abruf-Vorsprung ist fast immer sichtbar. „Ihr habt den Testing Effect gerade an euch selbst gemessen. Abruf ist keine Leistungskontrolle – Abruf IST die Lernhandlung."
  2. Prinzipien: Abruf stärkt die Spur mehr als jedes Wiederlesen; Abruf unterbricht das Vergessen (Ebbinghaus-Kurve wird bei jedem Abruf „neu gestartet", flacher); niedrigschwellig + benotungsfrei (sonst wird's Prüfungsangst statt Lernwerkzeug – Fehlerkultur folgt in W21); auch Anwendung ist Abruf (Konzept in neuem Kontext nutzen = elaborierter Abruf; Lemovs Vokabel-Beispiel).
  3. Formate-Landkarte: Do-Now-Quiz (Standard!), Brain Dump, Frage-Klassiker („Was? Warum heißt es so? Wozu?"), Whiteboard-Blitz, kumulative Aufgaben im Übungsset, Abfrage-Partnerarbeit.
  4. 3-2-1-Muster als Hausformat: 3 Fragen gestern, 2 letzte Woche, 1 letzter Monat.

Name it (Min. 26–31): Gütekriterien Retrieval-Routine: ohne Hilfsmittel? schriftlich/für alle? benotungsfrei? Auflösung sofort? regelmäßig (nicht Event)?

Do it (Min. 31–52): Formate-Karussell (Meta-Ebene!): 4 Stationen à 4 Min., TN durchlaufen alle Formate MIT FORTBILDUNGSINHALTEN als Stoff (Blöcke 1–3) – doppelter Nutzen: Format erleben + Jahresstoff festigen. Danach (5 Min.): eigene 3-2-1-Starter-Batterie für die reale Klasse beginnen (10 Fragen anlegen).

Action Step: siehe Curriculum (Do Now = 3-2-1-Abruf als Standard). Alternative: Brain Dump als Einheiten-Abschluss einführen.

Coaching-Fokus: Retrieval-Starter hospitieren; zählen: Wie viele SuS produzieren wirklich (schriftlich), wie viele schauen zu?

SPA-Quiz: F1: „Wiederlesen fühlt sich flüssig an, Selbstabfrage mühsam. Daraus folgt:" a) Wiederlesen ist effektiver ✗ (Flüssigkeits-Illusion – DER Kern-Distraktor) b) die Mühe des Abrufs ist der Lerneffekt ✓ c) beides gleichwertig ✗ d) Abfrage nur für Fakten ✗. — F2: „Retrieval-Quizze sollten…" a) benotet werden, sonst strengt sich keiner an ✗ (Lehrerzimmer-Klassiker) b) benotungsfrei und regelmäßig sein ✓ c) überraschend und schwer sein ✗ d) nur vor Klassenarbeiten stattfinden ✗.


Woche 19: Spacing & Interleaving (Drehbuch)

Material: Halbjahres-Blanko-Landkarte; ein echtes geblocktes Übungsblatt (10× derselbe Aufgabentyp); Kurven-Schaubild „geblockt vs. verteilt" (Lernleistung vs. Behalten).

Retrieval-Starter: 1. Gütekriterien Retrieval? 2. 3-2-1-Muster? 3. Testing Effect in einem Satz? 4. Fading-Treppe (W12)? 5. (Anwendung) Dein Kollege sagt: „Quizze bringen nichts, das ist bloß Abfragen." Antwort in 2 Sätzen?

Input (Min. 8–26):

  1. See it – die Paradox-Kurve: Schaubild: Geblocktes Üben gewinnt IN der Stunde (hohe Performance), verteiltes Üben gewinnt im Test 4 Wochen später. Kernsatz: Lernleistung in der Stunde ≠ Lernen. „Das ist die unbequemste Erkenntnis des Jahres: Die Stunde, die sich am glattesten anfühlt, ist oft nicht die lernwirksamste. Erwünschte Erschwernisse sehen schlechter aus und wirken besser."
  2. Spacing pragmatisch (McCrea): keine Optimal-Intervall-Wissenschaft nötig – regelmäßige kumulative Quizze (Fragen von letzter Woche bis vor 6 Monaten) sind die 80 %-Lösung. Klassenarbeiten kumulativ ankündigen → SuS-Lernverhalten ändert sich.
  3. Interleaving: jede 3.–4. Aufgabe im Set aus Alt-Themen; trainiert zusätzlich das AUSWÄHLEN der Methode – genau das, woran SuS in Prüfungen scheitern („Welches Verfahren ist hier dran?").
  4. Ehrlichkeit gegenüber SuS: erklären, WARUM gemischte Blätter sich schwerer anfühlen (Buy-in-Vorgriff W30; Metakognition W20).

Name it (Min. 26–31): Zwei Einbau-Regeln:

  1. Jedes Quiz kumulativ (3-2-1),
  2. jedes Übungsset zu ≥25 % aus Alt-Themen.

Plus Prüfungsregel: kumulativ prüfen + vorher ansagen.

Do it (Min. 31–52): Wiederholungs-Landkarte (12 Min.): eigenes Halbjahr skizzieren: Wann taucht Thema X in Startern/Sets/Arbeiten wieder auf? (Mindestens 3 Wiederkehr-Punkte pro Kernthema.) Blatt-Umbau (8 Min.): das geblockte Beispielblatt interleaven – welche 3 Aufgaben ersetze ich wodurch?

Action Step: siehe Curriculum (3 Alt-Aufgaben ins nächste Übungsblatt + kumulative Arbeiten ankündigen). Alternative: Wiederholungs-Landkarte für die eigene Hauptklasse fertigstellen und im Coaching besprechen.

Hinweis Gruppenhospitation 3 (diese oder nächste Woche): Fokus Wiederholungs-/Retrieval-Routinen; Bogen: Welche Gedächtnisprinzipien sind sichtbar? Wie reagieren SuS auf Abrufformate?

SPA-Quiz: F1: „Die Übungsphase lief glatt, alle Aufgaben richtig. Das bedeutet:" a) das Thema sitzt langfristig ✗ (DIE Illusion) b) hohe Momentan-Performance – über Behalten sagt es wenig ✓ c) die Aufgaben waren zu schwer ✗ d) du kannst das Thema abhaken ✗. — F2: „Interleaving nervt SuS anfangs, weil…" a) es didaktisch falsch ist ✗ b) die erwünschte Erschwernis sich wie Rückschritt anfühlt – langfristig wirkt sie ✓ c) SuS faul sind ✗ d) es nur Experten hilft ✗.


Woche 20: Elaboration & Wissensorganisation + Konsolidierung Block 3 (Drehbuch)

Material: Knowledge-Organizer-Beispiele (2 gute, 1 überladenes Negativbeispiel); KO-Blanko; Elaborations-Fragenfächer (Warum? Vergleich? Eigenes Beispiel? Erkläre einem Fünftklässler. Was wäre wenn?); 9-Prinzipien-Posterblanko; Block-3-Quiz (20 Fragen kumulativ).

Retrieval-Starter → Block-3-Quiz (Min. 2–12) mit Selbstkorrektur (wie W14).

Input (Min. 12–26):

  1. Elaboration: Neues aktiv mit Bekanntem verknüpfen – Verarbeitungstiefe entscheidet über Dauer. Der Fragenfächer als Handwerkszeug; Warnung: „Eine Mindmap ist nur dann Elaboration, wenn sie Denken über ZUSAMMENHÄNGE erzwingt – Begriffe mit Linien verbinden kann man auch gedankenlos."
  2. Knowledge Organizer (Lemov T5): Kernwissen einer Einheit auf EINER Seite – Auswahl ist die Kunst (Kernwissen, nicht Vollständigkeit); Nutzen dreifach: Retrieval-Grundlage, Transparenz für SuS/Eltern, Planungsdisziplin für die Lehrkraft.
  3. Metakognition: Lernstrategien explizit an SuS weitergeben – „Alles, was ihr in Block 3 gelernt habt, gehört auch euren Schülern: Selbstabfrage statt Markieren, verteilt statt Nacht davor. 10 Minuten ‚So lernt man für meine Arbeit' sind eine der rentabelsten Investitionen des Halbjahrs."

Name it (Min. 26–30): KO-Gütecheck: eine Seite? nur Kernwissen? abfragbar formuliert? SuS-tauglich (keine Lehrersprache)? — Elaborations-Check: Erzwingt die Frage Verknüpfung (nicht Wiedergabe)?

Do it (Min. 30–50): KO-Werkstatt (14 Min.): eigenen Knowledge Organizer für die laufende Einheit bauen; Tandem-Review mit Gütecheck (Klassiker: zu voll → kürzen üben!). Fragenfächer (6 Min.): 5 Elaborationsfragen für dieselbe Einheit schreiben.

Konsolidierung (Min. 50–58): 9-Prinzipien-Poster: Jeder füllt die Matrix „Prinzip × mein Unterrichtsbeispiel" (mind. 6 von 9); Kompetenzmatrix-Zwischenstand (Halbjahr! Vergleich mit W0 zeigen – Motivationsschub); Ankündigung Video-Selbstanalyse Nr. 2 fürs Coaching; Action Step: siehe Curriculum (KO ausgeben + 10-Min.-Lernstrategie-Demo).

SPA-Quiz: F1: „Ein guter Knowledge Organizer…" a) enthält alles Wichtige der Einheit möglichst vollständig ✗ (Fleiß-Falle) b) reduziert auf abfragbares Kernwissen auf einer Seite ✓ c) ersetzt das Heft ✗ d) ist ein Tafelbild-Foto ✗. — F2: „‚Erstellt eine Mindmap zum Thema' ist…" a) automatisch Elaboration ✗ b) nur mit Verknüpfungs-Denkauftrag elaborativ ✓ c) Zeitverschwendung ✗ d) nur für Visualisierer sinnvoll ✗ (Mythos-Distraktor!).