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Drehbücher Block 2 (Wochen 9–14): Effektive Instruktion – das Grundgerüst

Drehbücher Block 2 (Wochen 9–14): Effektive Instruktion – das Grundgerüst

(Konventionen wie Block 1: Standardraster 0–2 Ankommen · 2–8 Retrieval · 8–28 Input/See it · 28–33 Name it · 33–52 Do it · 52–58 Action Step · 58–60 Exit-Karte. Rollenspielregeln unverändert. Retrieval-Starter enthalten ab jetzt immer 2 Block-1-Fragen – Spacing im Programm.)


Woche 9: Rosenshine & die Architektur einer Stunde (Drehbuch)

Material: Rosenshine-Poster (10 Prinzipien in 4 Strängen); Audit-Bogen; eine absichtlich schwache Beispielstunde (Verlaufsplan, 1 Seite: viel Aktivität, kein Review, kein CFU, riesige Schritte); TN bringen eigenen Verlaufsplan mit (vorab ankündigen!).

Retrieval-Starter: 1. W.I.N. ausgeschrieben + Reihenfolge? 2. Interventionsleiter Stufen 1–3? 3. Was ist ein Do Now (3 Merkmale)? 4. Welches mentale Modell begründet „kleine Schritte"? 5. (Anwendung) Deine Klasse hat nach den Ferien die Begrüßungsroutine „vergessen" – was tust du?

Input (Min. 8–28):

  1. Rahmung: „Block 1 hat euch den Raum verschafft. Ab heute füllen wir ihn. Und wir starten mit dem am besten abgesicherten Rahmen, den die Unterrichtsforschung hat: zehn Prinzipien, destilliert aus Kognitionspsychologie, Studien zu Meisterlehrern und Interventionsforschung – alle drei Quellen zeigen in dieselbe Richtung. Das ist selten und genau deshalb so wertvoll."
  2. Die 10 Prinzipien NICHT einzeln durchkauen, sondern als 4 Stränge erzählen: Reviewing (tägl./wöchentl./monatl. Wiederholung – kennt ihr als Retrieval-Starter am eigenen Leib), Sequencing & Modelling (kleine Schritte, Modellieren, Gerüste), Questioning (viele Fragen, Verständnis ALLER prüfen), Practising (angeleitet üben, hohe Erfolgsquote ~80 %, selbstständig üben). Pro Strang 1 konkretes Klassenzimmer-Bild.
  3. I do – We do – You do als Übersetzungsformel; Kernwarnung: „Der klassische Anfängerfehler ist nicht schlechtes Erklären – es ist das übersprungene We do: erklärt, Arbeitsblatt, wundern."
  4. 80 %-Regel als Steuergröße: darunter → zurück zum Modellieren; weit darüber → Anspruch rauf.
  5. Einordnung explizite Instruktion vs. „Frontalunterricht"-Vorurteil: hochinteraktiv, fragengetrieben, nicht Dauermonolog.

Name it (Min. 28–33): Audit-Raster: Für jede Stunde prüfbar: Review am Anfang? Schrittgröße? Wie oft/wie breit wird Verstehen geprüft? Erfolgsquote geschätzt? Übungsanteil angeleitet vs. selbstständig?

Do it (Min. 33–52): Runde 1 (8 Min.): Schwache Beispielstunde im Tandem auditieren – die 4 größten Verstöße finden. Runde 2 (11 Min.): Redesign: Stunde mit minimalen Eingriffen Rosenshine-konform umbauen (nicht neu erfinden – reparieren!). 2 Tandems pitchen ihr Redesign in 60 Sek.

Action Step: siehe Curriculum (jede Stunde beginnt mit 5 Min. Wiederholung). Alternative: Eigene Stunde der Woche vorab auditieren und EINEN Verstoß beheben.

Coaching-Fokus: Verlaufsplan vorab schicken lassen; Hospitation prüft Plan vs. Realität bei Schrittgröße.

SPA-Quiz: F1: „Explizite Instruktion ist…" a) veralteter Frontalunterricht ✗ (Kernvorurteil) b) hochinteraktives Vorgehen in kleinen geprüften Schritten ✓ c) nur für schwache Lerner ✗ d) Vorlesen mit Folien ✗. — F2: „In der Übungsphase liegen 50 % richtig. Du…" a) übst weiter, Übung macht den Meister ✗ (plausibel!) b) gehst zurück ins Modellieren/We do ✓ c) gibst leichtere Aufgaben ✗ d) beendest das Thema ✗. — F3: „80 % Erfolgsquote ist…" a) zu leicht, Anspruch fehlt ✗ b) der Zielkorridor für lernwirksames Üben ✓ c) Zufallswert ✗ d) nur für Klassenarbeiten relevant ✗.


Woche 10: Lernziele & Backwards Design (Drehbuch)

Material: Meilenstein-Canvas (Ziel → 2–5 Meilensteine → Prüfkriterien-Ampel); 4 Beispiel-Meilensteinketten (2 gute, 2 kaputte); TN bringen Thema ihrer nächsten realen Stunde mit.

Retrieval-Starter: 1. Die 4 Rosenshine-Stränge? 2. Was tun bei <80 % Erfolgsquote? 3. Positive-Framing-Formel? 4. Warum ist das We do unverzichtbar (Modell 1!)? 5. (Anwendung) Nenne die Reviewing-Elemente in UNSEREN Sitzungen.

Input (Min. 8–26):

  1. See it – die zwei Todsünden als Selbsterkennung: Zwei innere Monologe vorlesen: Planer A: „Ich hab da eine super Gruppenpuzzle-Idee, da bau ich die Stunde drumrum…" (Aktivitätsfokus); Planer B: „Kapitel 7 muss diese Woche durch…" (Abdeckungsfokus). Handzeichen ohne Scham: „Wer erkennt sich? Ich mich auch. Beide fühlen sich nach Arbeit an – beide optimieren das Falsche: Beschäftigung bzw. Durchkommen statt Lernen."
  2. Backwards Design (McCrea LLP; Hattie): Start IMMER bei „Was sollen sie am Ende können?" – und dort länger verweilen, als sich richtig anfühlt (Lemov: Top-Lehrkräfte investieren mehr Zeit in Ziele, weniger in Aktivitätenauswahl).
  3. Meilensteine: 2–5 pro Stunde; kumulativ / verteilt (die meisten schaffen den ersten, wenige den letzten) / messbar / klar. „Thema ≠ Ziel": „‚Wir machen heute Photosynthese' ist ein Ort, kein Ziel."
  4. Exemplar Planning (Lemov T1): die ideale Schülerantwort VORHER selbst schreiben – erst dann weiß man, was man will; Lücken und Schrittgrößen zeigen sich sofort.

Name it (Min. 26–31): Prüf-Ampel je Meilenstein: kumulativ? verteilt? messbar? klar? – plus Exemplar-Frage: „Habe ich die Ideal-Antwort selbst ausformuliert?"

Do it (Min. 31–52): Kalibrierung (6 Min.): Die 4 Beispielketten im Plenum per Fingerzeichen bewerten – wo hakt es? Werkstatt (13 Min.): Jeder baut Meilensteinkette + Exemplar für die eigene reale Stunde nächster Woche; Tandem-Härtetest: „Woran MISST du Meilenstein 2?" – nachschärfen.

Action Step: siehe Curriculum (vor jeder neuen Stunde zuerst die ideale Schülerantwort schreiben). Alternative: Für die ganze Woche nur Stunden-Einseiter: Meilensteine + Exemplar + grobe Phasen, sonst nichts (Vorgriff Lean, W32).

SPA-Quiz: F1: „‚Die SuS setzen sich mit dem Klimawandel auseinander' ist…" a) ein gutes Lernziel ✗ b) ein Thema ohne messbares Ziel ✓ c) zu anspruchsvoll ✗ d) nur für Sek II geeignet ✗. — F2: „Exemplar Planning heißt…" a) Musterstunden von Profis kopieren ✗ (Wortfalle) b) die ideale Schülerantwort vorab selbst verfassen ✓ c) Beispiele im Unterricht zeigen ✗ (nah dran) d) Erwartungshorizonte nachträglich schreiben ✗.


Woche 11: Modellieren & Erklären – das „I do" (Drehbuch)

Material: Timer; Mikroteaching-Feedbackbogen (Schrittgröße / Denken hörbar? / Wortökonomie / Falle gezeigt?); Los-Reihenfolge.

Vorab-Auftrag (eine Woche vorher ansagen!): Jeder bereitet 3 Min. Modellierung eines echten Fachinhalts vor (beliebiges Fach, Zielgruppe: die Gruppe als „Klasse").

Retrieval-Starter: 1. Vier Prüfkriterien für Meilensteine? 2. Die zwei Planungs-Todsünden? 3. 6 Leiterstufen (Block 1!)? 4. Warum schreibt man das Exemplar selbst? 5. (Anwendung) Baue aus „Thema: Wahlrecht" ein messbares Ziel.

Input (Min. 8–24):

  1. See it: Moderation modelliert 2 Min. einen einfachen Inhalt (z. B. Dreisatz oder Kommasetzung) MIT lautem Denken: „Ich lese zuerst die Frage GANZ… hier stutze ich, denn… viele würden jetzt X tun – das ist die Falle, weil…" Danach dieselben 2 Min. als reine Ergebnis-Präsentation. Plenum: Unterschied?
  2. Prinzipien: Atomisieren (ein neues Element nach dem anderen; Rosenshine P2); Think Aloud: das Expertendenken hörbar machen – Entscheidungen, Zweifel, Fallen (die Falle absichtlich vorführen und auflösen ist Gold); Worked Examples + Beispiel/Nicht-Beispiel-Paare schärfen Konzeptgrenzen; Fluch des Wissens: „Gerade ihr mit Berufspraxis: Eure Expertise ist euer größtes Erklär-Handicap. Was euch trivial vorkommt, ist für Schüler ohne Vorkenntnisse ein Zehnschritte-Problem. Regel: halbiere die gefühlte Schrittgröße."; Aufmerksamkeitsdisziplin: beim Modellieren Stifte weg – Mitschrift danach (split attention, sauber begründet in W16).

Name it (Min. 24–29): Modellierungs-Vierklang:

  1. Vormachen in Echtgeschwindigkeit ODER Schritt für Schritt – bewusst wählen,
  2. Denken laut,
  3. eine typische Falle zeigen + auflösen,
  4. Kernschritte fixieren (Tafel bleibt stehen).

Do it (Min. 29–52): Mikroteaching-Runden in Vierergruppen: je 3 Min. Modellierung + 2 Min. Feedback nach Bogen + (wichtig!) 60-Sek.-Wiederholung der schwächsten Stelle. Moderation rotiert und sammelt Beispiele für die Schlussrunde.

Action Step: siehe Curriculum (eine Erklärphase mit lautem Denken inkl. absichtlicher Falle). Alternative: Erklärphase per Handy aufnehmen und selbst zählen: neue Elemente pro Minute.

Coaching-Fokus: Erklärphase hospitieren; Transkript-Ausschnitt mitbringen ins Gespräch.

SPA-Quiz: F1: „Der Fluch des Wissens bedeutet…" a) Wissen macht arrogant ✗ b) Experten unterschätzen systematisch, was Schülern ohne Vorkenntnisse fehlt ✓ c) zu viel Wissen verwirrt SuS ✗ d) Wissen veraltet ✗. — F2: „Während du modellierst, sollen SuS…" a) alles mitschreiben, sonst geht's verloren ✗ (Intuition + Elternerwartung!) b) nur zuschauen/zuhören; Fixierung danach ✓ c) parallel Aufgaben lösen ✗ d) das Buch mitlesen ✗.


Woche 12: Angeleitetes Üben – das „We do" (Drehbuch)

Material: Fading-Treppen-Vorlage (4 Stufen: Vollbeispiel → Lückenbeispiel → nur Ansatz → blank); Klassensatz Mini-Whiteboards (Demo!); Fehlerkarten (typische Schülerfehler zum Ziehen).

Retrieval-Starter: 1. Modellierungs-Vierklang? 2. Was ist der Fluch des Wissens + Gegenmittel? 3. Umformulierungs-Formel (W7)? 4. 80 %-Regel? 5. (Anwendung) Nenne ein Beispiel/Nicht-Beispiel-Paar aus DEINEM Fach.

Input (Min. 8–24):

  1. See it – Live-Demo mit der Gruppe als Klasse: Moderation führt ein echtes We do durch (z. B. Argumentationsaufbau oder Prozentaufgabe): Aufgabe gemeinsam lösen, Schritte per Fragen aus der Gruppe holen, ALLE schreiben mit, zwischendurch Whiteboard-Abfrage. Danach offenlegen, was gesteuert war.
  2. Prinzipien: Guidance Fading – Hilfen in Stufen abbauen; der Übergang ist die Kunst, nicht der Sprung; Break It Down (Lemov T37): bei Fehlern die KLEINSTE Hilfe zuerst (Beispiel nennen → Regel erinnern → ersten Schritt zeigen → erst zuletzt die Lösung); Stichproben-Falle: „Drei richtige Meldungen sind keine Daten – das sind eure drei besten Schüler." → All-Response (Whiteboards) als Standard im We do; verfrühtes You do produziert eingeübte Fehler – die teuersten Fehler überhaupt (Umlernen ist schwerer als Lernen).

Name it (Min. 24–29): We-do-Checkliste: alle schreiben mit / Fragen statt Vorsagen / mind. 1 All-Response-Check / Fading-Stufe bewusst gewählt / 80 % erreicht, BEVOR Stillarbeit startet.

Do it (Min. 29–52): Fading-Treppe bauen (10 Min.): für das eigene aktuelle Thema 4 Stufen ausarbeiten; Tandem-Check: Ist Stufe 2 wirklich kleiner als Stufe 1? Break-It-Down-Rollenspiel (10 Min.): „Schüler" zieht Fehlerkarte und antwortet falsch – „Lehrkraft" übt die gestufte Mini-Hilfe (Reflex „Lösung verraten" unterdrücken!). 2 Runden mit Wechsel.

Action Step: siehe Curriculum (vor jeder Stillarbeit ≥2 gemeinsame Beispiele + Nachweis ≥80 % via Whiteboards/Abfrage). Alternative: Fading-Treppe in einer realen Einheit vollständig durchlaufen und dokumentieren.

SPA-Quiz: F1: „Drei SuS beantworten die Kontrollfrage richtig. Schluss:" a) Klasse kann's, weiter ✗ (Alltagslogik) b) keine belastbaren Daten – All-Response nötig ✓ c) Klasse kann's nicht ✗ d) Frage war zu leicht ✗. — F2: „Ein Schüler steckt fest. Erste Hilfe:" a) Lösung zeigen, Zeit sparen ✗ b) kleinste Stufe: Hinweis/Beispiel/Regel ✓ c) anderen Schüler ranholen ✗ (teilrichtig – aber nicht ERSTE Wahl) d) Aufgabe wechseln ✗.


Woche 13: Selbstständiges Üben & aktives Monitoring – das „You do" (Drehbuch)

Material: Sitzplan-Blankos; ActiveObs-Bogen-Vorlage (Was prüfe ich? / Bei wem zuerst? / Route); Klemmbrett-Symbolik; Videoclip Circulate (alternativ: Laufweg-Fallkarte).

Retrieval-Starter: 1. We-do-Checkliste (5 Punkte)? 2. Break-It-Down-Stufen? 3. W.I.N.-Struktur (Block 1)? 4. Warum sind eingeübte Fehler so teuer? 5. (Anwendung) Deine Whiteboard-Abfrage zeigt 60 % richtig – was jetzt?

Input (Min. 8–24):

  1. Provokante Eröffnung: „Hand aufs Herz: Was habt ihr bisher in Stillarbeitsphasen getan? … Die Stillarbeit ist nicht eure Verschnaufpause – sie ist die datenreichste Phase der ganzen Stunde. 25 Köpfe zeigen euch schriftlich, live, was angekommen ist. Man muss nur hinsehen. Systematisch."
  2. Startbedingungen (Rückgriff W4): Aufgabe/Zeit/Sozialform/Lautstärke/„Was-wenn-fertig" VOR Beginn geklärt, Timer sichtbar.
  3. Circulate (Lemov T25): früh die „Ebene durchbrechen" (in den Raum hinein, nicht am Pult kleben); geplante Route statt Melder-Hopping; Arbeit LESEN, kurz markieren („✓", Unterstreichung), weitergehen; Interaktionen kurz halten.
  4. ActiveObs (T9): VORHER festlegen, was geprüft wird (z. B. „Aufgabe 2, Vorzeichenfehler") – gezielte Datenjagd statt diffusem Helfen; wiederkehrende Fehler → an die Tafel, einmal für alle klären (Vorgriff Reteach W26).
  5. Anti-Pattern benennen: Festwachsen bei Einzelnen (Rest 10 Min. unbeobachtet = Einladung an Modell 4).

Name it (Min. 24–29): You-do-Standard: Startbedingungen komplett → Route ablaufen → lesen & markieren → Fehlerliste führen (Top 3) → max. 60 Sek. pro Einzelhilfe → Sammelklärung statt Serienerklärung.

Do it (Min. 29–52): Routenplanung (8 Min.): eigener Sitzplan: Route, Hotspots (wo sitzen die, die zuerst geprüft werden müssen?), blinde Ecken. ActiveObs-Bogen (7 Min.): für die reale Stunde nächster Woche ausfüllen. Video/Fallkarte (6 Min.): Laufweg mitzeichnen, Anti-Patterns finden.

Action Step: siehe Curriculum (geplante Route + Klemmbrett-Fehlerliste in jeder Übungsphase). Alternative: 60-Sekunden-Regel für Einzelhilfen eine Woche strikt einhalten.

Coaching-Fokus: Coach zeichnet Laufweg + Standzeiten; Auswertung: Wer wurde nie gesehen?

Hinweis Gruppenhospitation 2 (diese oder nächste Woche): Fokus I do/We do; Bogen: Wortlaut-Protokoll einer Modellierung + Fading-Stufen identifizieren + „Ein Move, den ich klaue".

SPA-Quiz: F1: „Während der Stillarbeit ist deine Hauptaufgabe…" a) Korrekturen/Orga erledigen ✗ (Alltagsrealität!) b) systematisch Daten sammeln (Route, Lesen, Fehlerliste) ✓ c) beim schwächsten Schüler sitzen ✗ (klingt fürsorglich) d) Ruhe überwachen ✗. — F2: „Vier SuS machen denselben Fehler. Du…" a) erklärst es viermal einzeln ✗ b) stoppst kurz und klärst einmal für alle ✓ c) wartest bis zur Besprechung ✗ d) gibst die Lösung aus ✗.


Woche 14: Do Now & Exit Ticket + Konsolidierung Block 2 (Drehbuch)

Material: Exit-Ticket-Vorlagen; anonymisierter echter Klassensatz Exit Tickets (25 Stück, vom Coach/einer erfahrenen Lehrkraft besorgt); 3 Sortierkörbe/Zonen („kann / kann fast / kann nicht"); Stundenarchitektur-Template (A4); Block-2-Quiz (20 Fragen kumulativ ab W1).

Retrieval-Starter: entfällt als Einzelblock – ersetzt durch Block-2-Quiz (Min. 2–12): 20 Fragen, Einzelarbeit, Selbstkorrektur mit Lösungsfolie; Fehler-Schwerpunkte kurz klären. (Meta-Kommentar: „Das war ein kumulatives Quiz mit Selbstkorrektur – merken, kommt in Woche 18/19 als Theorie.")

Input (Min. 12–26):

  1. Do Now, didaktisch gewendet: Die Organisationsroutine aus W3 bekommt Lernsubstanz – Standardformat ab jetzt: Wiederholung gestern/letzte Woche/letzter Monat (3-2-1-Muster als Vorgriff auf Spacing).
  2. Exit Ticket (Lemov T26): 1–3 Aufgaben, EXAKT an den Meilensteinen (W10) ausgerichtet, 3–5 Min., schriftlich, alle, einsammeln. „Es ist die ehrlichste Antwort auf die Frage: Habe ich heute unterrichtet – oder haben sie gelernt?"
  3. 10-Minuten-Auswertung: sortieren statt korrigieren (3 Stapel), häufigsten Fehler benennen, EINE Konsequenz für morgen festlegen (weiter / 10-Min.-Reteach / Einzelimpulse). Keine Noten, kein Rotstift-Marathon.

Name it (Min. 26–30): Exit-Ticket-Gütecheck: misst es den Meilenstein (nicht das Thema)? in 5 Min. lösbar? von allen allein lösbar? Auswertung ≤10 Min. möglich?

Do it (Min. 30–52): Schreibwerkstatt (10 Min.): Exit Ticket für die reale Stunde nächster Woche + Tandem-Gütecheck. Sortier-Simulation (12 Min.): echten Klassensatz in Kleingruppen in 3 Stapel sortieren, Top-Fehler identifizieren, Konsequenz-Entscheidung treffen und in 30 Sek. pitchen – Gruppen vergleichen Entscheidungen (Kalibrierung!).

Konsolidierung (Min. 52–58): Stundenarchitektur-Template finalisieren (Do Now → Ziel/Meilensteine → I/We/You mit CFU-Punkten → Exit Ticket) und ins Playbook; Kompetenzmatrix-Update Felder 4–5; Action Step: siehe Curriculum (jede Stunde Exit Ticket + eine nachweisliche Anpassung der Folgestunde).

SPA-Quiz: F1: „Exit Tickets wertet man aus, indem man…" a) alle gründlich korrigiert und benotet ✗ (Gewissenhaftigkeits-Falle) b) in 3 Stapel sortiert und EINE Konsequenz ableitet ✓ c) sie den SuS zurückgibt ✗ d) den Schnitt berechnet ✗. — F2: „Dein Exit Ticket fragt: ‚Fandet ihr das Thema verständlich?' Das ist…" a) gute Schülerorientierung ✗ b) Selbstauskunft statt Verständnisprüfung ✓ (Vorgriff W21!) c) zu kurz ✗ d) nur in Sek I sinnvoll ✗.