Zielgruppe, Idee, Fundament
Quereinsteiger mit wenig Unterrichtserfahrung, die parallel mit reduziertem Deputat eigenverantwortlich in Sek I und II unterrichten. Jede Woche gibt es echte Klassen, in denen Neues sofort erprobt werden kann – und echte Probleme, die Dringlichkeit und Motivation erzeugen. Die Kernidee des Jahres: Unterrichten ist ein Handwerk – und Handwerk ist lernbar.
Wöchentlicher Input + Übung
60 Minuten, feste Struktur: Retrieval-Starter → Input mit einer Kernidee → Zerlegen in Teilschritte → Deliberate Practice (skripten, laut üben, Feedback) → persönlicher Action Step für die kommende Woche.
1:1-Coaching, wöchentlich
Kurzhospitation fokussiert auf den aktuellen Action Step, danach Auswertungsgespräch: Erfolg würdigen → Fokus-Ausschnitt ansehen → neuen Action Step ableiten → im Gespräch einüben.
Gruppenhospitationen
Etwa alle 5–6 Wochen: gemeinsam beobachten (fokussiert, nie „alles"), dann besprechen – was hat die Lehrkraft konkret getan, was übernehme ich? Kalibriert den eigenen Anspruch.
Wissenschaftliche Fundierung: die vier EEF-Bausteine wirksamer Fortbildung
| Baustein | Umsetzung im Programm |
|---|---|
| A · Wissen aufbauen | 60-min-Input: wenige Kernideen, kognitive Entlastung, Wiederholung über Wochen (Spacing im Programm selbst). |
| B · Lehrkräfte motivieren | Glaubwürdige Quellen (Lemov, McCrea, Lovell, Rosenshine), gemeinsame Zielvereinbarung, Bestärkung nach Fortschritt im Coaching. |
| C · Techniken entwickeln | Deliberate Practice in jeder Sitzung: Skripten, Rollenspiel, Mikro-Üben. |
| D · Praxis verankern | Wöchentlicher Action Step, Selbstmonitoring, kontextspezifische Wiederholung, Coaching-Follow-up. |
Quelle: EEF-Guidance-Report „Effective Professional Development" (Sims et al., 2021). Die Sequenzierung der Blöcke folgt Bambrick-Santoyos „Get Better Faster" (Klassenführung vor Instruktion), operationalisiert u. a. mit Lemov (Teach Like a Champion), Rosenshine (Principles of Instruction), Lovell/Dowley und McCrea.
Der rote Faden: warum diese Reihenfolge?
Jeder Block baut bewusst auf dem vorherigen auf – nichts steht isoliert. Die Grafik unten zeigt die Abfolge; jede Wochenkarte in Abschnitt „Blöcke & Lernziele" nennt zusätzlich explizit, an welche früheren Wochen sie anknüpft und welche späteren Wochen sie vorbereitet.
1 → 2 (Wochen 1–8 → 9–14): Ohne ruhige, geordnete Lernumgebung greift keine noch so gute Didaktik – deshalb kommt Klassenführung zuerst. Erst wenn die Klasse arbeitet, lohnt sich die Feinarbeit am Erklären, Anleiten und Üben (Rosenshines Prinzipien).
2 → 3 (9–14 → 15–20): Bisher haben die Teilnehmenden gelernt, was funktioniert. Jetzt lernen sie warum – Gedächtnis- und Lernpsychologie erklärt die Technik aus Block 1 und 2 rückwärts und immunisiert gegen Lernmythen.
3 → 4 (15–20 → 21–26): Erst mit Klassenkultur (Block 1) und Fehlerkultur (Woche 21) funktionieren Techniken wie Cold Call. Deshalb liegt „Verstehen prüfen" bewusst in der zweiten Jahreshälfte, direkt nach den Winterferien.
4 → 5 (21–26 → 27–31): Jetzt haben die Teilnehmenden das Werkzeug – dieser Block erklärt den sozialen Motor dahinter und schließt Lücken, die Technik allein nicht löst: hartnäckige Motivationsprobleme, Einzelfälle, Elternarbeit. Zeitlich bewusst im Frühjahrs-„Motivationsloch".
5 → 6 (27–31 → 32–36): Der Abschlussblock macht aus einem trainierten ersten Jahr eine tragfähige Karriere: schlank planen, klug bewerten, sich selbst weiterentwickeln – Planungsökonomie setzt die Urteilskraft voraus, die erst jetzt da ist.
Durchgehend verankert: ein Action Step pro Woche (nie mehr), Kompetenzmatrix-Selbsteinschätzung in Woche 0 / 20 / 36 als Fortschrittsnachweis, fünf Gruppenhospitationen zur Kalibrierung des Anspruchs, und drei Meilenstein-Gespräche (nach Block 1, 3 und 6) inklusive Video-Selbstanalysen in Woche 1, 20 und 34/35 – deren Vergleich im Abschluss-Kolloquium (Woche 36) vorgeführt wird.
Jahresfluss auf einen Blick
Auf einen Block klicken, um direkt zu seinen Wochenzielen zu springen. Fähnchen markieren Gruppenhospitationen, Sterne die formellen Meilenstein-Gespräche.
Blöcke & Lernziele – Woche für Woche
Jede Woche folgt demselben Schema: Leitfrage → Lernziele → Einordnung in den roten Faden des Jahres. Karten anklicken zum Aufklappen, oder die Suche nutzen, um quer durchs Programm zu filtern.