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Fortbildungsprogramm für Quereinsteiger

Ein Schuljahr, wochenweise aufgebaut: 36 Modulwochen, sechs thematische Blöcke, drei ineinandergreifende Formate. Ziel: aus Fachexperten mit wenig Unterrichtserfahrung handlungssichere Lehrkräfte machen – durch wöchentliches Üben statt punktueller Theorie.

36Modulwochen
6 + 1Themenblöcke + Auftakt
3Formate: Input · Coaching · Hospitation
5Gruppenhospitationen
3Meilenstein-Gespräche

Zielgruppe, Idee, Fundament

Quereinsteiger mit wenig Unterrichtserfahrung, die parallel mit reduziertem Deputat eigenverantwortlich in Sek I und II unterrichten. Jede Woche gibt es echte Klassen, in denen Neues sofort erprobt werden kann – und echte Probleme, die Dringlichkeit und Motivation erzeugen. Die Kernidee des Jahres: Unterrichten ist ein Handwerk – und Handwerk ist lernbar.

1

Wöchentlicher Input + Übung

60 Minuten, feste Struktur: Retrieval-Starter → Input mit einer Kernidee → Zerlegen in Teilschritte → Deliberate Practice (skripten, laut üben, Feedback) → persönlicher Action Step für die kommende Woche.

2

1:1-Coaching, wöchentlich

Kurzhospitation fokussiert auf den aktuellen Action Step, danach Auswertungsgespräch: Erfolg würdigen → Fokus-Ausschnitt ansehen → neuen Action Step ableiten → im Gespräch einüben.

3

Gruppenhospitationen

Etwa alle 5–6 Wochen: gemeinsam beobachten (fokussiert, nie „alles"), dann besprechen – was hat die Lehrkraft konkret getan, was übernehme ich? Kalibriert den eigenen Anspruch.

Wissenschaftliche Fundierung: die vier EEF-Bausteine wirksamer Fortbildung

BausteinUmsetzung im Programm
A · Wissen aufbauen60-min-Input: wenige Kernideen, kognitive Entlastung, Wiederholung über Wochen (Spacing im Programm selbst).
B · Lehrkräfte motivierenGlaubwürdige Quellen (Lemov, McCrea, Lovell, Rosenshine), gemeinsame Zielvereinbarung, Bestärkung nach Fortschritt im Coaching.
C · Techniken entwickelnDeliberate Practice in jeder Sitzung: Skripten, Rollenspiel, Mikro-Üben.
D · Praxis verankernWöchentlicher Action Step, Selbstmonitoring, kontextspezifische Wiederholung, Coaching-Follow-up.

Quelle: EEF-Guidance-Report „Effective Professional Development" (Sims et al., 2021). Die Sequenzierung der Blöcke folgt Bambrick-Santoyos „Get Better Faster" (Klassenführung vor Instruktion), operationalisiert u. a. mit Lemov (Teach Like a Champion), Rosenshine (Principles of Instruction), Lovell/Dowley und McCrea.

Der rote Faden: warum diese Reihenfolge?

Jeder Block baut bewusst auf dem vorherigen auf – nichts steht isoliert. Die Grafik unten zeigt die Abfolge; jede Wochenkarte in Abschnitt „Blöcke & Lernziele" nennt zusätzlich explizit, an welche früheren Wochen sie anknüpft und welche späteren Wochen sie vorbereitet.

1 → 2 (Wochen 1–8 → 9–14): Ohne ruhige, geordnete Lernumgebung greift keine noch so gute Didaktik – deshalb kommt Klassenführung zuerst. Erst wenn die Klasse arbeitet, lohnt sich die Feinarbeit am Erklären, Anleiten und Üben (Rosenshines Prinzipien).

2 → 3 (9–14 → 15–20): Bisher haben die Teilnehmenden gelernt, was funktioniert. Jetzt lernen sie warum – Gedächtnis- und Lernpsychologie erklärt die Technik aus Block 1 und 2 rückwärts und immunisiert gegen Lernmythen.

3 → 4 (15–20 → 21–26): Erst mit Klassenkultur (Block 1) und Fehlerkultur (Woche 21) funktionieren Techniken wie Cold Call. Deshalb liegt „Verstehen prüfen" bewusst in der zweiten Jahreshälfte, direkt nach den Winterferien.

4 → 5 (21–26 → 27–31): Jetzt haben die Teilnehmenden das Werkzeug – dieser Block erklärt den sozialen Motor dahinter und schließt Lücken, die Technik allein nicht löst: hartnäckige Motivationsprobleme, Einzelfälle, Elternarbeit. Zeitlich bewusst im Frühjahrs-„Motivationsloch".

5 → 6 (27–31 → 32–36): Der Abschlussblock macht aus einem trainierten ersten Jahr eine tragfähige Karriere: schlank planen, klug bewerten, sich selbst weiterentwickeln – Planungsökonomie setzt die Urteilskraft voraus, die erst jetzt da ist.

Durchgehend verankert: ein Action Step pro Woche (nie mehr), Kompetenzmatrix-Selbsteinschätzung in Woche 0 / 20 / 36 als Fortschrittsnachweis, fünf Gruppenhospitationen zur Kalibrierung des Anspruchs, und drei Meilenstein-Gespräche (nach Block 1, 3 und 6) inklusive Video-Selbstanalysen in Woche 1, 20 und 34/35 – deren Vergleich im Abschluss-Kolloquium (Woche 36) vorgeführt wird.

Jahresfluss auf einen Blick

Auf einen Block klicken, um direkt zu seinen Wochenzielen zu springen. Fähnchen markieren Gruppenhospitationen, Sterne die formellen Meilenstein-Gespräche.

Blöcke & Lernziele – Woche für Woche

Jede Woche folgt demselben Schema: Leitfrage → Lernziele → Einordnung in den roten Faden des Jahres. Karten anklicken zum Aufklappen, oder die Suche nutzen, um quer durchs Programm zu filtern.